Norwegens Gaularfjellet – dort wo alles begann

05.07.2019

Die Holzbank am Ufer des Litlevatnet ist ein wenig mehr von der Witterung angenagt als vor drei Jahren, sie trägt uns Beide aber tapfer als wir uns darauf niederlassen und auf den See, die Berge und die Wasserfälle um uns herum schauen. Der Platz auf dem Gaularfjellet liegt genauso wunderschön und herrlich da, wie in unseren Erinnerungen. Die Wasserfälle rauschen in diesem Jahr gewaltiger von den Hängen, es liegt noch viel Schnee auf den Gipfeln. Für die Wollgrasblüte sind wir leider diesmal einige Zeit zu spät dran, dafür strahlen die Butterblumen in sattem gelb. Nirgends möchten wir im Moment lieber sein als hier.

Genau an diesem Traumplätzchen haben wir vor ziemlich genau drei Jahren entschieden, auf große Reise zu gehen und unser bisheriges Leben hinter uns zu lassen. Wie schön es wäre, einfach bleiben zu können und nicht aufgrund des drohenden Endes des Urlaubs weiter zu müssen. Dass uns unsere Jobs nicht glücklich machen, war uns Beiden zu diesem Zeitpunkt schon sehr bewusst, und auch dass ein erneuter Jobwechsel daran nicht viel ändern wird, wurde immer klarer.

Dann ging alles viel schneller als geplant: Nach aufregenden Wochen der Haushaltsauflösung ging es endlich auf zu neuen Ufern. Zunächst zu Fuß über die Alpen, danach mit coolen Leuten eine geile Zeit auf Sardinien erlebt. Die erste Überwinterung in Spanien und Portugal hatte von allem Etwas: Lebendige Städte mit grandioser Kultur in Andalusien, tolle Begegnungen mit anderen Reisenden aber auch wochenlange Regenfälle und mit Campern überfüllte Küsten. Die Ostseeumrundung war vielleicht der Höhepunkt der bisherigen Reiserei: extrem Abwechslungsreich, schönste Ostseestrände, ein traumhafter Sommer mit gefühlten drei Regentagen, nächtelange Lagerfeuer mit tollen Leuten, faszinierendes Baltikum und einmalige finnische Natur.  Zum zweiten Winter gings über Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien nach Griechenland. Die überwältigende Gastfreundschaft der Albaner und Griechen entschädigte für den regenreichsten Winter in Kreta seit 60 Jahren.

Auch wenn wir auf Kreta ab und zu, die eine mehr der andere weniger, an unserem Reiseleben etwas Zweifel hatten, sind diese seit dem Start der Skandinavientour wieder wie weggeblasen. Für uns gibt es auch im Reiseleben Faktoren, die unser Glück beeinflussen. Das zu erkennen und die weitere Reise darauf abstimmen zu können, das ist wirkliche Freiheit. Wir haben alles dabei was wir brauchen – es muss nichts mehr, aber fast alles kann. 

In Europa zu reisen ist großartig. Nahezu freies Passieren der Grenzen, so wunderbare und so unterschiedliche Gegenden und Menschen, viel zu Entdecken und zu Erleben. Wäre nur der Winter nicht… Und da wir den Dicken ja zudem nicht für eine Reise durch Europa gekauft haben, sondern für unser eigentliches Ziel, seine artgerechte Haltung auf der Panamericana, wird es für uns schon langsam Zeit dahin aufzubrechen. Also haben wir in den letzten Wochen recherchiert, geplant, entschieden, umentschieden und schließlich gebucht. Der Dicke fährt Anfang September mit dem Schiff aus Hamburg schon mal vor, am 18.09.19 fliegen wir hinterher und am 19.09.19 sind wir hoffentlich alle Drei unversehrt wieder zusammen – in KANADA!

2 Gedanken zu „Norwegens Gaularfjellet – dort wo alles begann

  • 5. Juli 2019 um 18:06
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    Wir wünschen euch für die kommende Traumreise: spannende Erlebnisse, tolle Bekanntschaften, viele neue Eindrücke, einen überragenden Teamgeist, interessante Weichenstellungen und ,,null Problemos“!

    Liebe Grüße aus dem kalten Norden, Angela und Torsten (noch in der Planungsphase für den kommenden Winter)

    Antwort

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