Die Westküste

20.09.2017 – 01.10.2017

Nach Abschluss unserer Schrauberaktion ging es für uns weiter – zunächst nochmal zurück nach Isola Rossa bzw. zum Strand La Marinedda. Hier gab es ein schönes Wiedersehen mit Hank und Zepf und gemeinsam haben wir eine herrliche Wanderung entlang der Felsenküste unternommen. Für die Jungs gings zurück zum Acapulco, für uns weiter an der Nordküste in das schöne Städtchen Castelsardo. Am Parkplatz vorm Ortseingang (wohl auch der Flaniermeile der Einheimischen) haben wir die Nacht verbracht. Am nächsten Morgen ging’s zum ausgedehnten Frühstücken an die tollen, in der Nebensaison fast menschenleeren Strände der Platamona. Am Nachmittag konnten wir uns dann von dort auch losreissen. Nach einem recht kurzen Halt in Porto Torres sind wir schließlich an die Westküste „durchgerauscht“ und in Porticciolo auf einem schönen Platz gelandet. Hier an der Westküste versinkt die Sonne jeden Abend im blauen Meer und auch wir nutzen die Gelegenheit für den ein oder anderen Sundowner am schönen Torre di Porticciolo. Die dortige Felsenküste eignete sich auch hervorragend für eine Wanderung – aufgrund der Hitze und dem Entdecken einer idealen Schnorchelbucht fiel diese für uns aber eher kurz aus. 

Nach zwei Tagen ging unsere Reise weiter ans Capo Caccia – die meisten Touristen kommen wegen der Grotta die Nettuno hierher – wir hingegen entscheiden uns für die via ferrata di cabriol – einen Klettersteig der an der Kante des Capo entlang gebaut wurde. Das Panorama haut uns um – der Adrenalinverlust dabei allerdings auch…

Danach war erstmal Ausspannen und Erholen am Strand angesagt – abends dann Sightseeing in Alghero. Nicht ohne vorher einmal kreuz und quer die Stadt nach einem geeigneten Stellplatz zu durchfahren. Leider waren die Parkflächen am Hafen wegen eines Volksfestes gesperrt, die offiziellen Womostellplätze der Stadt nicht unbedingt einladend. Daher blieb für uns nur der sehr volle und etwas in die Jahre gekommene Campingplatz am Ende der Strandpromenade übrig – unsere mit 26 EUR bisher teuerste Übernachtung. Der abendliche Bummel durch die sehr malerische Stadt hat uns dafür prompt entschädigt. Besonders gut gefallen hat uns, dass sich das Leben hier draussen abspielt. Gefühlt alle Einwohner mischen sich allabendlich zu den Touristen und flanieren auf der schönen Promenade und auf der Stadtmauer – oder ist es umgekehrt? Sogar hier sind nicht mehr viele Touristen unterwegs und wir wagen uns wieder mal nicht auszumalen wie voll es in der Hauptsaison sein muss. Die unzähligen Boote im Hafen mit dem Ziel Capo Caccia sprechen wohl für sich. 

Am nächsten Tag sind wir auf der mit einem beeindruckenden Panorama versehenen Küstenstraße bis kurz vor Bosa gefahren. Dort sind wir auf einem herrlichen Wohnmobilstellplatz direkt an der Felsenküste gelandet – tolle Badebuchten und Felsenkletterei inklusive. Abends kam’s dann fast zu unserem ersten Bergeeinsatz – leider hat das sich festgefahrene Womo die einzige Stelle für eine Schleppung mit sich selbst blockiert. Aber dank der Hilfe von zahlreichen wild durcheinander sprechenden und wirbelnden Italienern kam das Schweizer Pärchen wieder frei. 

Statt weiter am Strand zu verweilen (wäre durchaus drin gewesen…) gings für uns auf einen Abstecher ins Inselinnere. Kleine Bergdörfer mit zahlreichen Nekropolen, kleinen Sarazenenburgen, beeindruckenden Korkeichenwälder wollten erkundet werden. Für die Übernachtung haben wir einen, wohl nur in der Hochsaison genutzten Zeltplatz mitten im Wald ausgekundschaftet. Mit Händen und Füßen gelang es uns von der örtlichen Forstverwaltung das OK zu bekommen. Die Herren waren sehr freundlich und haben sogar später nochmal nach uns geschaut. Die Nacht selbst war dann eher naja – erstens war es wirklich stockfinster in diesem Wald, zweitens zogen nacheinander mehrere, sehr laute Gewitter über uns hinweg. Das hatten wir uns irgendwie romantischer vorgestellt. Die Krönung kam dann für Michaela am nächsten Morgen – just bei der Ausparkunterstützung öffneten sich alle Schleusen am Himmel und innerhalb weniger Sekunden war sie völlig durchnässt. Bei nächster Gelegenheit war dann also erstmal umziehen angesagt. Die Besichtigung einer höhlenartigen Nekropole hat dann aufgrund des Regens auch nicht geklappt – der Guide steht nur bei schönem Wetter zur Verfügung – und ohne war es „not allowed“. Naja, so haben wir unser Kulturprogramm wieder aufs nächste Mal verschoben.

Je näher wir wieder der Küste kamen, desto besser wurde das Wetter. Bei der Ankunft in Bosa strahlte die Sonne vom blauen Himmel und einem Bummel durch das sehr schöne Städtchen stand nichts mehr im Weg. Nach einem Sundowner am Fluss (übrigens der einzig beschiffbare auf der Insel – zumindest für ein paar Kilometer ins Landesinnere) waren wir in einer Osteria noch lecker Essen. Die anschließende Übernachtung auf dem Parkplatz mitten in der Stadt war sehr ruhig.  

Nach einem Aufstieg zur Basilika in Cuglieri kamen wir am nächsten Tag auf dem Campingplatz Nurapolis in S’Archittu an. Hier wollten wir mal wieder zwei Tage bleiben – Wäsche waschen, Vorräte aufstocken, Grillen und den langen Sandstrand erkunden. Aus den zwei Tagen wurden wieder ein paar mehr denn zu unserer Überraschung standen am nächsten Morgen Claudia und Oliver mit Hund Neo vor unserer Tür. Die beiden sind Freunde von Hank und Zepf, die wir auf dem Acapulco kennengelernt haben und sie haben bereits nach unserem Dicken Ausschau gehalten. Zufälle gibt´s …. Wir Fünf waren uns auf Anhieb sehr symphatisch und so kam es dass wir die nächsten Tage auf dem Nurapolis wie alte Freunde miteinander verbracht haben. Neben schönen Stunden auf dem Sundownerberg im spirituellen Bierkreis, herrlichen Grillabenden, einer Geburtstagssause für Oliver und Löcher graben am Strand mit Hund Neo haben wir auch Wanderungen entlang der Küste rund um das Capo Mannu und auf den Monte Urugiu unternommen.  

 

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