Eine Runde um den Peloponnes

09.11.2018 – 02.12.2018

Um auf die Halbinsel Peloponnes zu kommen entscheiden wir uns für die kostengünstigere Fähre und können damit auch die beeindruckende Brücke von unten bewundern. Fast bereuen wir unsere Entscheidung, als wir von 3! hektisch winkenden Einweisern rückwärts in die hinterste Ecke dicht an dicht mit den wenigen anderen Fahrzeugen auf das Deck gequetscht werden. Legen wir erst ab, wenn der Kutter voll ist? Na das kann dauern, tröpfeln doch nur vereinzelt Mitfährer herein und Platz wäre für eine große Menge mehr… Aber weit gefehlt, wir legen fast leer ab und sind in 15 Minuten auf der anderen Seite. Da wir die mautpflichtige Autobahn/Brücke verschmäht haben, dürfen wir uns nun quasi durch Patras` Hinterhof auf die Küstenstraße mogeln. Die große Stadt lassen wir links liegen, wir wollen an den Strand. In Glypha finden wir einen schönen Campingplatz und stehen first row direkt am Meer. Das Wetter spielt mit und so verbringen wir einige Tage mit Hausfrau- und Hausmeistertätigkeiten, übernehmen die Pflege von einigen Babykatzen (einschließlich täglicher Spülungen für ein entzündetes Babykatzenauge) und verratschen die Sundowner angeregt mit Camilla&Peter, die mit ihrem Defender unterwegs sind und ebenfalls auf Kreta überwintern wollen.

Da es kühler wird, brechen wir unsere Zelte ab und fahren nach Olympia. Bevor wir jedoch die beeindruckende Anlage besichtigen, genehmigen wir uns den bislang besten Gyros Pita (Stand 16.12.2018) unserer Tour. Nach einer Übernachtung an einem einsamen Strand (ausserhalb der Saison bislang immer kein Problem, offiziell ist freies Stehen in Griechenland verboten) fahren wir an die bekannte Ochsenbauchbucht. Den Namen können wir uns nicht recht erklären, von oben sieht die Bucht eher aus wie eine Qualle. Für diesen Blick klettern wir auf die Aussenmauern einer verfallenen, ziemlich großen Festung, die uns genauso gut gefällt wie die Bucht selbst. Über die schönen Dörfer Pylos, Methoni und Koroni landen wir schließlich in Kalamata. Es regnet und stürmt heftig, somit fällt unsere Stadtbesichtigung sehr kurz aus. Am nächsten Morgen ist das Wetter besser und wir brechen auf zu unserer Wanderung in den Ritomo Canyon. Natürlich lassen wir uns von dem bisschen Steinschlag nicht abschrecken und nehmen uns in Kardamili mit der Viros-Schlucht das nächste ausgetrocknete Flussbett vor. Diesmal gibt es keine Überraschungen – das mulmige Gefühl läuft aber immer noch mit. Ein paar Tage später landen wir an einem unserer Highlights auf dem Peloponnes: dem Kap Tenaro. Direkt an der Steilküste entlang gibt es einen schönen Wanderweg zum Leuchtturm und so stehen wir bald am südlichsten Punkt Festlandgriechenlands. Die Stimmung an diesem Ort ist irgendwie magisch und so bleiben wir eine Zeit lang auf den Felsen sitzen und schauen den vielen großen Schiffen zu, die das Kap auf ihrem Weg von und nach Piräus passieren. Wir erkunden noch die kümmerlichen Überreste von Poseidons Totenorakel, den Eingang zum Hades finden wir (glücklicherweise) allerdings nicht. 

Über schmale und schmälere Straßen tingeln wir weiter nach Gythio. Wir lernen Edith und Peter kennen, die ebenfalls auf Kreta überwintern wollen,  und verbringen einige sehr unterhaltsame Stunden miteinander. Unsere Runde um den Peloponnes führt uns weiter nach Monemvasiá, natürlich nicht ohne einen Fotostopp am Dimitrios-Wrack gemacht zu haben. Wir parken an der Mole in Gefira und spazieren bei wolkenverhangenem Himmel los. Gerade als wir im Dorf, das auf einen wuchtigen Felsklotz gebaut wurde, ankommen, beginnt es zu regnen. Leider (!) zwingt uns dieser Schauer zu einer Einkehr in eine der gemütlichen Bars – was will man machen? Bevor es zappenduster wird, schaffen wir es nicht mehr in die Oberstadt, da müssen wir wohl nochmal wiederkommen. 

Auf einem netten Campingplatz in Leonidion werfen wir nochmal unseren Anker aus und zu unserer Freude stoßen am nächsten Tag auch Edith und Peter zu uns. So kommen wir nochmal in den Genuß der Vorzüge ihrer Weißware 🙂 und wir verbringen mit den beiden schöne Abende in ihren großzügigen Räumlichkeiten. Zusammen machen wir einen Ausflug zum Kloster Elonis und in das Bergdorf Kosmas. Hier oben auf 1150 Meter überraschen uns sehr kühle Temperaturen und Schneegriesel und so fliehen wir in eine Taverne mit bollerndem Holzofen. Wir essen hervorragend, denn hier wird von der Mama gekocht. Zusammen fahren wir am nächsten Tag weiter nach Nafplion, spazieren hoch zur Burg und um die Stadt, lassen uns den nächsten Saganaki (frittierter Käse – saulecker) servieren und verbringen eine ruhige Nacht im Hafen. Doch dann trennen sich vorerst unsere Wege – für die Beiden geht es Richtung Kreta, für uns Richtung Athen. Auf ein baldiges Wiedersehen Ihr Zwei – wir freuen uns!

Wir nutzen die Gunst der Stunde – es ist der erste Sonntag im Monat und damit kosten viele Sehenswürdigkeiten in Griechenland keinen Eintritt. So besichtigen wir am Vormittag die antike Stätte Epidauros (mit dem besterhaltenstem Theater Griechenlands) und am Nachmittag die Überreste von Korinth. Die Nacht verbringen wir auf dem Berg vor den Toren der Festung Akrokorinth und genießen den fantastischen Ausblick auf die letzte Station unserer Peloponnes-Rundtour. Zum Abschied spucken wir im Vorbeifahren noch kurz in den Kanal von Korinth. 

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