exploring509

never stop

Nordamerika / Mexico

Memories

01.04. – 26.04.2024

Bevor wir Kalifornien endgültig Goodbye sagen, treffen wir unseren Freund Peter zwischen Bolinas und Fairfax, im Norden San Franciscos. Die kleine Straße zum Treffpunkt führt uns in einigen Kehren immer höher in zauberhaften Redwood-Wald. Die Küstenmammutbäume stehen hier völlig im Schatten der sehr bekannten und touristisch völlig überlaufenen Muirwoods. Wir genießen die Einsamkeit und die letzten Ausblicke auf die Bay-Area und den Pazifik. Peter zeigt uns noch eine tolle Wanderung entlang der Cataract Wasserfälle, bevor sich nach einer ruhigen Nacht in Downtown Fairfax unsere Wege wieder trennen.

Wir machen uns morgens zeitig auf den Weg, wir wollen über die Sierra Nevada bevor der angekündigte Wintersturm die Pässe lahmlegt. Wir schaffen es gerade so, bevor man nur noch mit Schneeketten weiterfahren darf. Nach so viel Sonne und Beachlife der letzten Wochen sind die beeindruckend hohen Schneeberge in der Sierra eine schöne Abwechslung. Kurz vor Reno (von Sandie&Karsten und uns liebevoll „shithole“ genannt), und damit bereits in Nevada, parken wir bei Cabela’s ein. Der Parkplatz des riesigen Outdoorladens ist schneefrei und für eine schnelle Nacht mangels Alternativen in dieser Gegend gut geeignet. In den nächsten Tagen lassen wir uns auf dem Highway 50, der loneliest road in the United States, nach Osten treiben. Die Straße läuft wirklich durch gewaltiges „Nichts“, das Wetter ist dazu passend und zeigt sich trüb, wolkenverhangen, dazu wechseln sich Regen-, Schnee- und Graupelschauer ab. Leider sind die unzähligen dirtroads, die rechts und links abzweigen und zum Entdecken der menschenleeren Gegend einladen, unpassierbar. So bleiben wir auf der Hauptstraße, parkieren für die Nacht auch schonmal vor den Toren eines geschlossenen Campgrounds. Dazu bollert die Heizung, die Nächte sind frostig.

Am Ende des Highway 50 liegt der Great Basin Nationalpark, beim dortigen Visitorcenter leihen wir uns nagelneue Schneeschuhe aus (kostenfrei und völlig unbürokratisch – ein toller Service!) und suchen uns dann einen Platz auf dem herrlichen Campground. Direkt von dort stapfen wir bei bestem Wetter auch gleich los und begrüßen Muskeln, die wir schon lange nicht mehr gespürt haben. Am nächsten Tag sind wir bereits früh auf den Beinen bzw. in den Schuhen, es soll mit 17 Grad sehr warm werden und das ist nicht so gut für die Beschaffenheit des Schnees. Wir steigen heute erst weiter oben in den Trail ein und kämpfen uns über 6 Kilometer 640 Höhenmeter nach oben. Das ist super anstrengend und wir brauchen fast 2,5 Stunden dafür. Aber die Landschaft ist fantastisch und wir treffen nur ein paar wenige andere Wanderer. Runter geht’s dann etwas schneller, aber wie erwartet ist der Schnee bereits sehr sulzig und nicht mehr jede unserer Bewegungen kontrolliert…

 

Unsere Ankunft in Utah begleitet ein heftiger Sturm mit Windboen von über 100 km/h. Wir suchen uns einen schönen, windgeschützten Platz direkt am Green River. In unmittelbarer Nachbarschaft steht der Crystal Geyser, eine kalte Quelle, die bei der Suche nach Öl versehentlich angebohrt wurde und seitdem unablässig sprudelt.

Im Canyonlands Nationalpark, genauergesagt im Needles District verbringen wir eine herrliche Woche mit Tanja&Thomas. Die beiden haben Urlaub und so haben wir die Gelegenheit ganz viel Zeit miteinander zu verbringen. Wir beziehen eine tolle Campsite direkt im Park, unternehmen herrliche Wanderungen, kochen und grillen, entzünden Lagerfeuer und kämpfen gegen die niedrige Luftfeuchtigkeit. Teilweise haben wir gerade mal 5%, ein Fest für die Schleimhäute (NICHT!). Doch dann müssen wir Tschüß sagen zu unseren Freunden, wann und wo wir uns wohl das nächste Mal wiedersehen? Auf jeden Fall freuen wir uns schon heute drauf!

Unsere letzten Tage in den USA brechen an und wir geben dem neuen timed-entry System im Arches Nationalpark eine Chance. Erst waren wir sehr skeptisch, müssen aber sagen, dass ist die beste Erfindung überhaupt. Durch die zeitliche Steuerung der Besucherströme findet man überall entspannt einen Parkplatz und die Wanderwege sind voll, aber nicht unangenehm übervoll. Zudem hatten wir Losglück und haben ein Permit für die „fiery furnance“ ergattert. Das ist ein steinernes Labyrinth und nur 56 Wanderer dürfen pro Tag ihren Weg durch das Gewirr an Felsen, Slotcanyons und zahlreichen Sackgassen suchen. Es gibt nur ein paar sehr versteckte, kleine Richtungspfeile und mehr als einmal stehen auch wir etwas ratlos vor unüberwindbaren Hindernissen. Leider ist der Trail nur etwa 3 Kilometer lang, dadurch dass wir ein paar Mal ums Eck schauen wird es ein bisschen mehr. Es hat aber, trotz trübem Wetter, sehr großen Spaß gemacht! Am Nachmittag kommt dann doch noch die Sonne raus und so schauen wir noch nach ob der Delicate Arch wirklich noch da ist. Ist er und so verlassen wir am späten Nachmittag den Arches mit Ziel Bartlett Flat. Hier verbringen wir drei herrlich ruhige Tage, der Dicke bekommt ein großes Wellnessprogramm und wir kümmern uns schonmal um viele Termine zuhause, zurück in Deutschland. Die morgendliche Laufstrecke wird durch einige sehr neugierige und uns nicht nur wohlgesonne Rindviecher pulstechnisch aufgeputscht. Aber kein Wunder, es ist Kälbchenzeit und die wollen natürlich beschützt werden. Letzter Stop in Utah sind die Fisher Towers. Auch hier waren wir zwar schonmal, aber die großen, rotstrahlenden Felstürme sind auch beim zweiten Mal nicht weniger beeindruckend.

Drüben in Colorado geben wir nur noch ein paar kurze Stelldichein an wechselnden Übernachtungsplätzen bevor wir bei Brett in Pueblo auf den Hof rollen. Er erwartet uns und vor allem den Dicken schon. Der Empfang ist wieder sehr herzlich und wir wissen, dass unser treuer Reisegefährte hier gut aufgehoben seinen mehrmonatigen Urlaub verbringen kann. Und dann ist es tatsächlich soweit, unsere 8 monatige Reiseetappe geht, wie so oft in der Vergangenheit, mit einem schönen Besuch bei Denise & Iain zu Ende. Vielen lieben Dank für die Gastfreundschaft ihr Beiden!

Mit einem tränenden und einem lachenden Auge verlassen wir die USA und diesmal sind wir mehr gespannt denn je, was die Zukunft für uns so bringen wird… stay continued!

Ein Gedanke zu „Memories

  • Dr. Ulrich Eicher

    Hallo ihr Lieben, eine tolle Reise durch Südwest Amerika ist vorläufig zu Ende. War richtig toll euch begleiten zu dürfen. Vielen Dank dafür!
    Gute Zeit in Deutschlandund alles Gute für zukünftige Abenteuer!
    Liebe Grüße aus Baden-Baden
    Brigitte und Uli

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert