Schweden – der Kreis schließt sich

Nach den aufregenden Tagen in Stockholm wollen wir mal schauen, was die Konkurrenz so macht und fahren ins Scania-Werk nach Södertälje. Provokant parken wir unseren MAN vor der Türe, schwingen uns aus dem Fahrerhaus und steigen ein in den Laster der neuesten Generation. Neidisch müssen wir eingestehen, dass die Fahrerkabine schon ein bisschen komfortabler als in unserem Dicken ist – heißestes Gimmick ist wohl das Panorama-Glasschiebedach. Michaela meint, wenn ihr nach der Reise gar nichts mehr einfällt, geht sie fernfahren 🙄 Aber da davon derzeit überhaupt nicht die Rede ist, brausen wir nach dem Besuch des zum Werk gehörenden Museums weiter in das sehr hübsche Städtchen Trosa. 

Am nächsten Tag finden wir in Nyköping einen kostenlosen Fullservice-Parkplatz direkt am Yachthafen. Strom, Wasser, Abwasser – alles inklusive! Da wir unsere Klappgeschosse schon länger nicht mehr ausgeführt haben, entscheiden wir uns für einen Radlausflug auf die Insel Jogersö. Je länger wir im heftigen Gegenwind strampeln, desto dunkler wird der Himmel und als wir am Badestrand ankommen, ist an Baden leider nicht mehr zu denken. Also radeln wir nach einer kurzen Pause gleich wieder zurück um dem aufziehenden Regen zu entkommen. Nach 28 Kilometern sind wir ganz schön geschafft und wundern uns mal wieder, warum wir mit unseren Fahrrädern nicht mehr so gut zurecht kommen bzw. warum das Radeln so anstrengend ist. Die Lösung werden wir beim nächsten Radlausflug finden …

Ein Blick auf den Götakanal gehört quasi zum Touripflichtprogramm – zunächst fahren wir dazu nach Söderköping, anschließend schauen wir uns die Schleusentreppe bei Berg an. Die Bootfahrer müssen im Verlauf des Kanals ziemlich viel Geduld mitbringen. Die gefühlt unzähligen Schleusen die es auf dem Weg zwischen dem Vänernsee und der Ostsee zu überwinden gilt, sind bestimmt irgendwann nervig. Wir gucken auch bei einer Schleusung zu und essen dabei ein Softeis. Also genauergesagt ist Peter eine halbe Portion und Michaela ihre und natürlich den Rest von Peter – kann man einen Softeis-Overload kriegen? Fühlt sich auf jeden Fall den Rest des Tages so an.

An den nächsten beiden Tagen bummeln wir bei mäßigen Wetter an der Küste entlang und biegen schließlich links ab auf die Brücke auf die Insel Öland. Nach längerer Zeit wollen wir mal wieder für ein paar Tage auf einen Campingplatz fahren und der Wetterbericht verspricht dazu Bestes. Nach ein paar Fehlversuchen entscheiden wir uns für Wikegards Camping – alternativ, erfrischend tolerant, eine riesengroße Wiese, alles da was man braucht. Per Zufall lernen wir auf dem Weg zum Camping Sandra und Martin mit Hündin Jonna kennen – die beiden sind supernett und superspontan und so begleiten sie uns zu Wikegard. Und weil der Abend so schön war bleiben die Drei gleich noch einen Tag. Wir quatschen und quatschen, trinken das ein oder andere Schlückchen und verstehen uns einfach. Da Urlaube aber immer so kurz sind trennen sich unsere Wege leider viel zu schnell wieder und so bleibt uns nur die Vorfreude auf den Besuch in ihrer Heimat. Heizt schonmal den Hotpot, oder wie das Ding zum Reinsetzen heißt, vor !!!

Dank des entspannten Campingbetreibers kommen wir am nächsten Tag endlich auch in den Genuß die Reifen an unserem Dicken durchzutauschen. Das Thema schieben wir schon eine Weile vor uns her, aber jetzt holt es uns schön langsam ein. Erstens wollen wir, dass die Reifen solange wie möglich halten (so Schuhe für einen Laster gehen ganz schön ins Geld – man gut, dass er nicht mehr wächst), zweitens müssen wir auch mal üben, ob wir es zusammen schaffen, einen 100 Kilo Reifen im Ernstfall zu wechseln. Fazit: es ging erstaunlich leicht und nach 1,5 Stunden waren alle 5 Reifen an ihrem neuen Platz für die nächsten Kilometer. Läuft. Von Ingo, unserem Platznachbarn, den wir als potentiellen Elektrofuchs verdächtigt haben, holen wir uns noch Tipps für eine verbesserte Absicherung unserer Kabinenelektrik – danke dafür! Und wieder ein Punkt für die to-do Liste… Und dann waren da auch noch Charly Braun, Rebekka und ihr Hundemonster – vielen Dank für die spannenden Einblicke in Euer Leben! 

Da wir uns mit großen Schritten dem Ende unserer Ostseeumrundung nähern und unsere Gespräche sich schon vermehrt um unseren Aufenthalt in Deutschland und die bereits erwähnte, abzuarbeitende to-do Liste drehen, ist so ein wenig die Reise- und Entdeckungsluft bei uns Beiden raus. Also werfen wir in Karlskrona nochmal den Anker aus und verbummeln die verbleibenden Tage im kleinen Schärengarten des barocken Städtchens. Wir paddeln zum Essen zur Fischhalle, drehen ganz spießig abends eine Runde um den nur mäßig belegten Campingplatz und finden den Fehler bei unseren Klappgeschossen. Uns kommt vorm erneuten Radeln die zündende Idee: „Lass uns doch mal den Luftdruck prüfen“. Tja, was sollen wir sagen – mit 0,5 Bar in den Reifen ist es wahrlich kein Wunder, dass das Radl nicht läuft und wir treten mussten wie die Ochsen. Kaum aufgepumpt, radelt es sich wieder leicht und angenehm und plötzlich macht es sogar wieder Spaß.

Bevor uns die Fähre von Trelleborg zurück nach Rostock bringt, und der Kreis unserer Ostseeumrundung sich schließt, laden wir uns noch bei unseren Freunden Christina und Per in Lomma zum Abendessen ein. Danke an Euch Beide für den gelungenen Abschluss unserer wunderschönen Reise um die Ostsee.

5 Gedanken zu „Schweden – der Kreis schließt sich

  • 28. September 2018 um 10:49
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    Schöne Bilder ! Du als Fernfahrerin 🙂 das könnte gehen. Da biste aber immer lang weg, oder Du nimmst Peter mit.
    Schönes Bild von Peter als Statue auf dem Potest :-))
    Euch weiter eine gute Zeit !!

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    • 2. Oktober 2018 um 15:57
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      Lieber Claus, lieben Dank für Deinen Kommentar und fürs Mitreisen. Das mit der Statue haben wir so noch gar nicht gesehen – wie immer ist alles eine Frage der Perspektive 😉 Liebe Grüße aus Kroatien, Michaela und Peter

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  • 27. September 2018 um 5:01
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    Alles richtig gemacht Frau Tiebel. Neid. 🙂

    LG und weiterhin gute Reise.

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    • 2. Oktober 2018 um 15:58
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      Vielen lieben Dank! Es war für uns die genau richtige Entscheidung zur richtigen Zeit!
      Alles Gute für Sie und viele Grüße, auch an die Ex-Kollegen, Michaela

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  • 5. September 2018 um 12:17
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    Grias eich,
    wennds ned eh heid kemma dads, dad i iads an Riesenkommentar hieschreim. Aber wie immer sehr spannend und unterhaltsam geschrieben.

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