It never rains…

…in Southern California!

14.02. – 31.03.2022

Nach einer schönen Woche in den Superstition Mountains in der Nähe von Phoenix, die wir bereits aus dem vergangenen Jahr kennen, machen wir uns auf gen Westen. In Quartzsite gibt es noch ein schönes Wiedersehen mit Sonja & Philipp und dann begeben wir uns das erste Mal in dieser Reiseetappe auf unbekanntes Terrain.

Wir überqueren den Colorado River und damit die Grenze nach Kalifornien und fahren in den Joshua Tree Nationalpark. Für 2 Nächte haben wir Campgrounds im Park gebucht, erwarten wir doch „nur wieder Wüste“. Da haben wir uns allerdings schwer getäuscht. Wir sind so begeistert von diesem Gebiet, dass wir schlussendlich eine Woche im und um den Park herum verbringen. Wir machen tolle Wanderungen, vor allem die verlassenen Goldminen haben es uns angetan. Die etwas versteckte und in der offiziellen Parkmap nicht eingezeichnete Eagle Cliff Mine fasziniert uns total. Die alte, in den Fels gebaute Cabin sieht aus, als hätte sie der Schürfer erst gestern verlassen. Werkzeuge, Küchenutensilien, ein intaktes Fenster und viele Glasflaschen verschaffen einen Einblick in das Leben vergangener Zeiten. Toll, vor allem da die Wanderer, die die Mine finden, alles so belassen wie es vor 60 Jahren zurückgelassen wurde. Cool fanden wir auch den Rattle Snake Canyon . Hier kann man weglos in einem ausgetrockneten Flussbett drauflos kraxeln. Den ein oder anderen „kleinen“ Boller könnten wir uns gut in unserem Vorgarten vorstellen.

Eher zufällig entdecken wir auf der App IOverlander, die wir nutzen um Übernachtungsplätze zu finden, einen Eintrag im Painted Canyon. Der Erfasser des Platzes schreibt von Wanderungen in Slot Canyon. Da sind wir natürlich sofort Feuer und Flamme. Die Anfahrt führt über eine raue Piste zu einem relativ großen Parkplatz, der bei unserer Ankunft aber ziemlich leer ist. So suchen wir uns ein schönes Plätzchen am Rand und machen uns auf in die Canyons. Wir entscheiden uns für den „Ladder Canyon“, eine mit mehreren Leitern zugänglich gemachte, enge Felsspalte. Großartig. Am Abend teilen wir uns das Lagerfeuer mit Kim und Danny aus Neufundland. Die beiden öffnen uns die Augen für das Gebiet in dem wir uns befinden. Dachten wir zunächst dass es nur zwei Canyons zum Erklettern gibt, zeigen uns die beiden einen weiteren Eingang mit einer schier unendlichen Anzahl an weiteren Slots und Wegen. Nochmals vielen Dank an Euch Kim und Danny, denn so erkunden wir in den nächsten Tagen viele weitere tolle Möglichkeiten durch die Schluchten zu wandern. Wir klettern, krabbeln, quetschen und schieben uns durch die Felsen und haben eine Mordsgaudi … und manchmal auch etwas Muffensausen. Denn nicht immer ist auf den ersten Blick oder ersten Kletterversuch klar, ob es überhaupt ein Weiterkommen gibt. Und es ist teilweise eng, sogar saueng. Das Ganze noch schöner macht ein Wiedersehen mit Sandie und Karsten, die Beiden sind eben aus Mexiko zurück und leisten uns ein paar Tage Gesellschaft beim Entdecken.

Für Michaelas Geburtstag fahren wir entlang der Salton Sea (eigentlich ein toller See, wäre er nicht durch die Abwässer der intensiven Landwirtschaft drumherum vergiftet und versalzt) in den Anza Borrego Desert State Park. Wir sind auf der Suche nach der „blühenden Wüste“, nach regenreichen Wintern stehen vor allem die Kakteen in diesem Gebiet im März in voller Blüte. Aber leider war der Winter sehr trocken, daher blitzt nur vereinzelt Farbenfrohes hervor. Das tut der Sache aber keinen Abbruch, denn obwohl es schon wieder eine Wüste ist, ist diese wieder anders als die Wüsten die wir bisher sehen durften. So bleiben wir 4 Tage in der Gegend und freuen uns besonders als es eines Morgens an unsere Tür klopft. Draussen stehen Heather & Jon mit ihrem Truck „Vermonster“. Die beiden haben wir zuletzt vor über einem Jahr in Tucson, Arizona getroffen. Die Wiedersehensfreude ist groß und so verquatschen, verwandern und vergrillen wir den ganzen Tag. Leider trennen sich am nächsten Tag die Wege, ein erneutes Treffen in Kanada Anfang Mai ist aber vereinbart. Bevor wir das Gebiet verlassen, statten wir den dort lebenden Dinosauriern noch einen Besuch ab. Ein Metallkünstler hat sein Land vor vielen Jahren dem State Park überschrieben, mit der Auflage dass seine Skulpturen weiterhin in der Wüste ausgestellt werden. Sehr skurril, aber sehenswert.

Nach soviel Wüste steht uns der Sinn aber mittlerweile doch nach etwas mehr Grün, so kommen wir auf die Idee in die San Jacinto Mountains zu fahren. Bereits eine kurze Fahrt über einen kleinen Pass bringt uns in das schöne Städtchen Julian und mittenrein in den Wald. Die Nacht verbringen wir auf dem Oak Grove Campground unter riesigen Eichen an einem kleinen Creek. Nach langer Zeit hören und sehen wir wieder viele Vögel, vollgefressene Squirrels und sogar wilde Truthähne. Was für ein Kontrast. Leider sind die Forststraßen hoch in die Berge noch geschlossen, so bleiben wir zwei Nächte im Apple Valley auf einem kostenlosen Campspot im Wald. Auch hier gibt es ein kleines Flüsschen und einen schönen Wanderweg durch die Walachei. Die San Bernardino Mountains liegen leider noch im Winterschlaf, so müssen wir uns mit einer Fahrt entlang des Big Bear Lakes zufrieden geben, ohne dass wir rechts oder links auf die Forststraßen abbiegen können. Hierher müssen wir unbedingt noch einmal wiederkommen.

Der Blick auf den Kalender zeigt uns, dass wir uns nun schön langsam auf den Weg nach Norden machen müssen. Bis nach Kanada ist es noch ein weiter Weg… Nach zwei Nächten im Sawtooth Canyon, einem Klettergebiet mit vielen schönen Felsen am Rande der Mojave Desert, schrubben wir ein paar Kilometer und fahren in die Alabama Hills. Doch hier kommen wir fast nicht an. Heftige Winde blasen über den Highway und zwingen die LKWs in eine ungewöhnliche Parkposition damit sie mit ihren langen Anhängern nicht umzufallen. Der Dicke wird mehr als einmal sandgestrahlt und wir sind sehr froh, als wir die nächste größere Ortschaft erreichen. Dort am Ortseingang sehen wir, dass die Highway Patrol beginnt, alle größeren Fahrzeuge und alle mit Anhängern anzuhalten. Eine Weiterfahrt wäre zu gefährlich und daher wird die Straße für sie gesperrt. Bei der Ankunft am Stellplatz gibt’s für Michaela erstmal einen Schnaps zur Beruhigung der Nerven und eine dicke Umarmung von Sandie und Karsten. Es bleibt windig und so müssen wir den Dicken hinter einem Felsen verstecken um einigermaßen ruhige, und vor allem schaukelfreie Nächte zu haben. Hier in den Alabama Hills wurden viele Filme gedreht, auch als wir hier sind wird gerade „gescoutet“. Wir wandern auf den Spuren von John Wayne, Christoph Walz und den Typen aus Star Wars.

Nach 4 Tagen ziehen wir weiter, entlang der Traumstraße 395. Hier gibt es soviel zu entdecken, wir sind sehr überrascht über die Vielfältigkeit Kaliforniens. Wir finden einen heißen Fluß, heiße Quellen, jede Menge intakten Wald, kristallklare Bäche und Seen, tolle Stellplätze im Toiyabe Nationalforest und schließlich beeindruckende Tuffsteinformationen im Mono Lake. Wir lernen Peter mit seinem VW Bus kennen und verquatschen einen ganzen Nachmittag. Danach ist unsere Straßenkarte vollgekritzelt mit Empfehlungen und Geheimtipps für unseren weiteren Weg nach Norden. Großartig!

Unsere gebuchten Campgrounds im Yosemite Nationalpark canceln wir, ein Wintersturm mit viel Regen und je nach Höhenlage auch viel Schnee hat sich angesagt. Da bleiben wir lieber noch auf der Ostseite der Sierra Nevada. Diese Entscheidung stellt sich zudem als glückliche Fügung heraus, können wir doch so Sandie und Karsten zu Hilfe eilen, um die Beiden beim Austausch ihrer Wasserpumpe zu unterstützen.

Und schlussendlich hat es doch geregnet … aber da waren wir schon in Nevada ?

10 Gedanken zu „It never rains…

  • 16. April 2022 um 20:14
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    Was für ein toller Bericht! Es ist immer so schön, Euch begleiten zu können obwohl ihr leider so weit weg seid. Die Dinos waren super klasse und zum Schluss wird es so schön grün! Einfach herrlich und so schön geschrieben!. Freue uns auf Euren Bericht vom Meer. Fühlt Euch gedrückt!!!

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  • 13. April 2022 um 18:42
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    Wieder ein soooooo schöner Bericht. Vielen Dank ihr Lieben. Und großartig, dass wir uns immer wieder treffen. ❤️

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    • 15. April 2022 um 17:03
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      Wir freuen uns schon aufs nächste Mal!

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  • 13. April 2022 um 13:39
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    Hallo Ihr Lieben
    Na super tolle Fotos sind das! Ich habe zufällig zwei Engländer getroffen die genau das machen wie ihr auch. Sie sind auf dem Weg nach Canada und obwohl es ein grosses Land ist halten sie dann Ausschau auf euren Dicken (ich habe ein Foto gezeigt). Viel Spass noch, alles Liebe Babas. Xx

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    • 13. April 2022 um 16:12
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      Liebe Babas, die Welt ist so klein. Bestimmt treffen wir die Beiden! Ganz liebe Grüße von Michaela und Peter

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  • 13. April 2022 um 9:03
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    Griaseich, wieder ein spannender Bericht und tolle Buidl. Weida vui Spass und guade Reise.
    Babba

    Antwort
  • 13. April 2022 um 8:20
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    Hallo ihr Lieben, endlich ist es wieder soweit! Vielen Dank für euer neues Tagebuch. Einfach schön!
    Weiterhin alles Gute und bleibt vorsichtig.
    Liebe Grüße aus Baden-Baden und gute Zeit,
    Brigitte und Uli

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    • 13. April 2022 um 16:13
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      Liebe Brigitte, lieber Uli, ja… diesmal haben wir lange für den Bericht gebraucht, aber wir haben ja nie Zeit ?

      Antwort
  • 13. April 2022 um 5:51
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    Liebe Michaela, lieber Peter,

    vielen Dank für euren schönen Beitrag und die tollen Fotos. Wir würden uns am liebsten direkt dort hinbeamen lassen, so schön ist es in Kaliforniens Wüsten.

    Genießt eure Reise weiterhin und habt viel Freude!

    Safe travels,
    Petra & Win

    Antwort
    • 13. April 2022 um 16:14
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      Liebe Petra, lieber Win, Kalifornien hat unglaublich viel zu bieten, das hatten wir so gar nicht auf dem Schirm. Wir sind jedenfalls schwer begeistert. Ganz liebe Grüße zurück, Michaela und Peter

      Antwort

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