Sevilla und Portugals Algarve

01.03.2018 – 18.03.2018

Beim Abschied vom Campingplatz in Ardales gibt uns der Seniorchef noch seine Wetterprognose mit auf dem Weg: Regen für die nächsten drei Wochen… Das wollen wir so gar nicht glauben aber leider wird er damit so ziemlich Recht behalten, aber alles der Reihe nach.

Optimisten wie wir sind gehen wir von 3, maximal 4 Tagen Regenwetter aus und suchen uns zum Überbrücken dieser Zeit einen schönen Campingplatz in Ronda aus. Die Stadt selbst können wir erst am dritten Tag vormittags in einer Regenpause kurz erkunden bevor wir wieder in unser kleines, kuscheliges Heim vertrieben werden. Am nächsten Tag reisst es sogar ein paar Stunden auf und wir machen eine kleine Wanderung an der Schlucht, die Ronda so bekannt gemacht hat, entlang. Zum Ende der Tour nehmen wir allerdings die Beine in die Hand – dunkle, grollende Wolken ziehen heran und es schüttet erneut wie aus Eimern. Schön langsam erkennen wir, dass wir uns mit Ronda den vielleicht nicht idealsten Ort für dieses Wetter ausgesucht haben – es liegt recht hoch und eingebettet zwischen Bergen auf allen Seiten. Also entscheiden wir an Tag 5 unsere Zelte abzubrechen und nach Sevilla zu fahren. Bereits kurz nach der Abfahrt merken wir dass der viele Regen nicht nur für uns, sondern auch für die Natur etwas zu viel auf einmal ist: Hänge kommen ins Rutschen, kleine Bäche werden zu Flüssen und auf den Feldern steht das Wasser. Je tiefer wir allerdings kommen, desto heller wird der Himmel und tatsächlich kommen wir in Sevilla bei nur mäßiger Bewölkung an. Zwar werden wir in den nächsten Tagen auch nicht gerade von Topwetter verwöhnt, aber es regnet nicht pausenlos durch und so haben wir ausreichend Gelegenheit durch die wunderschöne Stadt zu flanieren und gleich zweimal im aussergewöhnlichen Lokal „El Patio“ bei super leckeren Montaditos zu versacken. 

Nach soviel „Stadt“ in der letzten Zeit möchten wir mal wieder ans Meer. Unsere Wahl fällt dabei auf die Algarveküste bei Tavira – und schon gehts los über die Grenze nach Portugal – das schlechte Wetter allerdings im Gepäck. Richtig Glück haben wir an Michaelas Geburtstag, den können wir tatsächlich bei Sonnenschein in den Dünen des umwerfendes Strandes Praia do Barril verbringen. Und da es uns hier inmitten der Muschelschalen, die es in allen Farben, Formen und Varianten tonnenweise im weißen Sand gibt, so gut gefällt, bleiben wir einige Tage in Pedras d’el Rei. Hier lernen wir auch Andrea, Hans und Hund Bo kennen und erreichen damit das Maximum an Weltoffenheit und Völkerverständigung: die Beiden kommen nämlich aus Kufstein in Österreich 🙂 Wir verstehen uns trotzdem (oder gerade deswegen?) auf Anhieb super und so verbringen wir die nächsten Tage zusammen mit langen Strandspaziergängen, feudalen Mittagessen und etlichen Sundownern (ja, die kann man auch ohne dass man die Sonne mit eigenen Augen untergehen sieht, genießen) und harren zusammen aus im kühlen, unbeständigen Wetter. Über Armacao de Pera fahren wir weiter nach Carvoeiro – die Küstenwanderung „Sete Vales Suspenos“, an einem sonnigen Tag lockt uns an. Carvoeiro liegt an der sog. Felsenalgarve und die sehr bekannten Formationen wollen wir uns selbst anschauen. Der Weg ist dann auch wie erwartet herrlich und laufen tut uns auch mal wieder richtig gut. Dass wir bei der tagesfüllenden Tour auch mal einen kurzen Hagelschauer überstehen müssen – ja mei, irgendwas ist halt immer.

Sehr gut gefallen hat uns das Stadtmuseum in Portimao, das in einer ehemaligen Fischkonservenfabrik untergebracht ist und unter anderem sehr realitätsnah und anschaulich dem damaligen Weg einer Sardine vom Fischernetz in die Dose folgt.

Da wir der Algarveküste bis zum Ende folgen wollen landen wir nach gefühlt 1000 Kreisverkehren in Sagres, dem Örtchen kurz vorm Cabo de Sao Vicente. Beim Kap selbst wollten wir aufgrund der stürmischen Windverhältnisse nicht übernachten, aber auch auf dem Parkplatz vor der Festung in Sagres ergeht es uns nicht viel besser. Das mühsame Ausrichten unseres Dicken in den Wind wird mitten in der Nacht zur Lachnummer – der Wind hat sich nämlich um 90° gedreht und so hilft nur umparken nachts um drei um nicht weiter durchgeschüttelt zu werden. In Carrapateira werfen wir noch einen Blick auf die Westküste und sind begeistert. Wild und ungestüm zeigt sich der Praia da Bordeira, der längste Sandstrand auf dieser Seite. Hier trennen sich unsere gemeinsamen Wege mit Andrea, Hans und Bo (herzlichen Dank für die superschönen Tage und kurzweiligen Stunden!) – die drei reisen weiter nach Norden, wir dagegen verlassen Portugal in der Hoffnung auf besseres Wetter in Spanien wieder. 

By the way sei erwähnt dass das schlechte Wetter unserer Reisefreude keinen Abbruch getan hat. Wir fühlen uns nachwievor super wohl und vor allem Zuhause in unserem Dicken, der mit uns problemlos in den vergangenen Wochen tausende Kilometer weit gefahren ist. Portugal, speziell die Westküste und das Inland kommt auf unsere Liste für eine Wiederhinreise. Manches verstehen wir hier zwar nicht, wie z.B. die Sprache 🙂 oder die Infrastruktur (es gibt hier das best ausgebauteste Autobahnnetz der EU – nur leider kann es kaum jemand nutzen, da die Maut sehr teuer ist und daher quält sich aller Verkehr an der Algarve über die marode Landstraße 125). Zudem sind die Lebensmittelpreise recht hoch und da fragen wir uns schon wie viele Einheimische mit ihren niedrigen Einkommen ihren Lebensunterhalt bestreiten können (50 % der arbeitenden Bevölkerung verdient weniger als 700 Euro im Monat).

 

6 Gedanken zu „Sevilla und Portugals Algarve

  • 16. April 2018 um 14:46
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    Konntet Ihr aufklären, unter welchen Umständen die Spanier mit ihren Stilettos über die Müllberge vor der Tür klettern und andererseits einige Gegenden wie geleckt aussehen?

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  • 30. März 2018 um 17:25
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    Wie immer ein sehr schöner Bericht mit wunderbaren Fotos! Immer toll zu lesen, wo ihr euch immer rumtreibt und was ihr alles erlebt 🙂
    Bin sehr stolz auf meine große Schwester <3

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  • 30. März 2018 um 10:51
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    Wie immer Klasse Bericht. Macht Spass zu lesen.

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  • 27. März 2018 um 21:58
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    Your destinations in Portugal look fantastic. We began a road trip to Portugal but had to
    give up (long story), but we must try again.
    It’s good the rain doesn’t get you down. You would love Scotland, especially today.
    Keep on truckin‘.

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    • 2. April 2018 um 13:49
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      George – your birthday wishes just a half year late, not to bad for your age 😉
      We know that we are in a very happy phase of our lifetime and enjoying day by day.
      It’s so fantastic that you take your time reading our homepage. It was such a pleasure to spend time with both of you – still missing you and our time together in Ardales.
      We are excited to listen to your story about the missed Portugal trip when we will meet again somewhere on this planet or lately in scotland.
      Keeping in touch, Michaela und Peter

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