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never stop

Nordamerika / Mexico

Viva México

20.05. – 06.06.2023

Bereits 20 Kilometer nach der Grenze biegen wir ab zu den Lagunas de Colon – einem kleinen Naturschutzgebiet mit glasklaren Seen und Wasserfällen. Wir zahlen 3 Euro Eintritt, Camping inklusive. Der anvisierte Stellplatz am Fluß führt über eine selbstbetonierte Brücke, deren Tragfähigkeit doch eher zweifelhaft ist und so stellen wir uns in den Schatten unter die Bäume und springen erstmal in den grünen See vor unserer Haustür. Die Anlage ist sehr gepflegt, es liegt kein Fitzelchen Müll rum und wir genießen wieder die typisch mexikanische Gastfreundschaft. Am Abend passiert uns dann allerdings etwas, was uns noch nie passiert ist: uns geht das Bier aus!

Am nächsten Tag ist das Wetter usselig mit Nieselregen, da macht es keinen Sinn an den Badeteichen zu bleiben. Also fahren wir los nach Comitan, hier schließt sich der Kreis unserer Zentralamerika-Runde. Wir stocken unsere Vorräte auf und fahren noch weiter bis zu den Cascadas El Chiflon. Diesmal wollen wir das Gelände nur zum Übernachten nutzen, dies können wir dem netten Herrn an der Kasse auch genauso erklären – und das alles auf Spanisch! Die 3 Wochen Unterricht haben unsere Sprachkenntnisse ganz schön voran gebracht.

Ein langer Fahrtag bringt uns bis auf die Golfseite Mexicos. Mit Sorge beobachten wir die Aktivität des Vulkans Popocatepetl, bereits mehrmals musste der Flughafen wegen Ascheregens geschlossen werden. Auch Evakuierungsübungen werden für die Bewohner der angrenzenden Gemeinden durchgeführt. Wir können uns gar nicht vorstellen, wie der Ernstfall aussehen würde, leben doch Millionen von Menschen im „Einzugsbereich“ des Vulkans. Bislang ist der Wind unser Freund, dieser treibt die Asche genau in die entgegengesetzte Richtung.

Das Pueblo Magico Orizaba ist eine hübsch herausgeputzte Kleinstadt, sogar Gustave Eiffel hat sich hier verewigt. Wir schlendern durch die Gassen und setzen uns auf die Terrasse des Grand Cafés um dem Treiben auf den Straßen zuzusehen. Im einsetzenden Nachmittagsregen laufen wir zurück zum Dicken, den haben wir in einer Seitenstraße, direkt am Riverwalk geparkt. Den Riverwalk haben wir genommen um in die Stadt zu laufen, zurück hätten uns keine 10 Pferde mehr dahin bekommen. Der Weg führt durch den „Zoo“ von Orizaba. Das ist das Schrecklichste was wir seit langem gesehen haben. Nicht nur Kleintiere müssen in betonierten Gefängnisse hausen, es gibt sogar einen Bären, mehrere Leoparden und sogar einen Tiger. Diesen Tieren kann man eigentlich nur einen Gnadenschuß wünschen. Uns blutet das Herz.

Nach einer sehr ruhigen Nacht fahren wir über perfekt ausgebaute, mautfreie Überlandstraßen mit nur wenigen Topes (das wir das in Mexico noch erleben dürfen) zum Nationalpark La Malinche. Die Strecke führt auf einer Hochebene durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Beim Nationalpark müssen wir am Gate unsere Daten angeben und suchen uns dann einen tollen Platz auf einer großen Lichtung im Pinienwald.

Ein herrlicher Wanderweg führt uns am nächsten Tag auf den erloschenen Vulkan La Malinche. Beim Erreichen der Baumgrenze auf knapp 4000 Höhenmetern wird das Verhältnis von Schritten und Pausen plötzlich ungünstig. Wir quälen uns zwar noch etwas weiter, aber wir bekommen einfach nicht genug Luft in die Muskeln. Ohne Akklimatisierung zeigt uns unser Körper seine Grenzen auf. Aber nicht schlimm, wir suchen uns ein windgeschütztes Plätzchen, strecken die Beine aus, brotzeiten und genießen den fantastischen Ausblick bevor wir uns wieder an den Abstieg machen.

Unsere nächste Station ist Puebla, hier waren wir zwar schonmal, aber die Stadt ist richtig schön und zudem ist es kein großer Umweg. Wir parken in einem ruhigen Wohnviertel und gehen zu den Pasajes Historico. Das sind restaurierte, mittlerweile begehbare Teile eines alten Äquaducts, das kreuz und quer unter der Stadt verläuft. Sehr cool gemacht. Danach schlendern wir zum Zocalo, rumdrum ist heute Fußgängerzone. Zudem finden wir eine nette Kneipe direkt am Platz in der alles 24 Pesos/1,20 Euro kostet. Vom Bier über Cocktails bis zu Tacos. Witzig und das Essen ist gar nicht mal unlecker. Bevor wir zum Dicken zurückgehen halten wir noch bei DER Churreria – die Schlange vor dem Laden ist lang, aber die Churros (ausgebackenes Spritzgebäck) sind großartig. Am Abend klopft es noch an unserer Haustüre – die Touristenpolizei begrüßt uns und lädt uns ein zu ihnen vor die Wache umzuziehen. Dort gäbe es auch Duschen und sie könnten noch besser auf uns aufpassen. Sehr nett. Da wir aber hier gut stehen und das ganze Viertel eh „seguro“ ist, bleiben wir hier.

Auf dem Parkplatz eines Shoppingtempels den wir noch einen Besuch abstatten wollen, hören wir es unterm Dicken plätschern. Verdammte Axt, unsere Abwasserleitung ist schon wieder gebrochen. Bereits x-mal hat Peter versucht die Stücke der Kupferleitung neu zu verlöten, einzelne Teile mussten wir bereits ersetzen und das ist auch das Problem. Obwohl das gleiche Nennmaß, passen die Teile aus Nordamerika und Europa nicht 100% zusammen. Die Topes und Schlaglöcher sowie die Harnsäure geben der Konstruktion den Rest. Also ab zu Homedepot, es gibt hier ein anderes System aus PVC, das wir nun endlich besorgen und in den nächsten Tagen auch installieren. Dafür suchen wir uns einen tollen Platz im Nationalpark Mineral del Chico auf 3000 Meter und genießen die kühlen Temperaturen und die frische Bergluft. In den 3 zauberhaften Tagen bewandern wir die Gegend und beginnen mit den Vorbereitungen zum Einlagern vom Dicken.

Die Grutas Tolantongo sind ein Must-see in Mexico und es gibt kaum Reisende, die nicht hier anhalten. Tolantongo bedeutet fließendes, heißes Wasser. Durch die Anlage, die leider ein bisschen wie ein großer Vergnügungspark aufgezogen sind, fließt ein türkisfarbener Fluss, es gibt hübsch in eine Steilwand gebaute Badepools und mehrere Tunnel, in denen das Wasser quasi von der Decke fällt. Wirklich schön gemacht, allerdings ist es uns viel zu trubelig, so bleiben wir nur einen Tag.

Und dann erreichen wir auch schon die Werkstatt von Matthias bei San Miguel de Allende. Hier lagern wir den Dicken für unseren Heimaturlaub in Deutschland ein. Wir parken auf dem Gelände, packen, verstauen, essen letzte Vorräte auf und spielen Tetris mit den Mitarbeitern damit der Dicke auch tatsächlich in die Halle passt. Peter macht einen letzten Check wegen der Ersatzteile, die wir mitbringen müssen, einige Tonaufnahmen von fragwürdigen Geräuschen inklusive.

San Miguel schauen wir uns natürlich auch noch an. Wir fahren mit dem Bus in die Nähe des Zentrums und genießen einen längeren Spaziergang durch die wirklich zauberhafte Stadt. Diese hat zwar mit dem „echten“ Mexico nicht viel am Hut, sondern ist eine Enklave für gut betuchte Mexikaner und geldige Gringos. Aber nichtsdestotrotz wunderschön anzuschauen, es gibt tolle Restaurants und Cafés. Wir shoppen noch ein paar letzte Mitbringsel bevor wir mit Uber zurück zur Werkstatt fahren.

Wir sagen Tschüß zum Dicken und Antonio, ein Mitarbeiter der Werkstatt bringt uns nach Queretaro, hier bleiben wir noch eine Nacht im Hotel bevor uns ein Bus an den Flughafen bringt. Tja, und dann sitzen wir auch schon im Flieger und die großartige, sehr abwechslungsreiche Reiseetappe, die uns von Calgary in Canada, zurück in die USA, über Mexico nach Belize und Guatemala geführt hat, endet nach 10 Monaten.

6 Gedanken zu „Viva México

  • Wieder mal ein super schöner Bericht ihr Lieben.

    Wobei eine Sache uns doch Sorgen macht: wie konnte euch nur da Bier ausgehen???? That’s terrible 🤣

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    • MuP_509

      Wir wissen auch nicht wie uns das passieren konnte, ausgerechnet UNS!
      Liebe Grüße und bis ganz bald Ihr Süßen!

      Antwort
  • hto11@posteo.de

    Falls es Euch durch Zufall bei Eurem Deutschlandbesuch in die Nähe von Hamburg oder Lübeck verschlägt und Ihr ein bis zwei Stunden Zeit habt, meldet Euch gerne … 🙂
    Liebe Grüße
    Sandra & Holger

    Antwort
    • MuP_509

      Na mit ein bis zwei Stunden wäre es sicher nicht getan, vermutlich würde Peter gleich auf euer Boot ziehen 🙂

      Antwort
  • Herzlich Willkommen in der Heimat…!
    Te deseamos un buen tiempo…! (Mondly macht’s möglich)
    Angela und Torsten

    Antwort
    • MuP_509

      Vielen lieben Dank ihr Zwei – ab und zu daheim ist auch sehr schön!

      Antwort

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